VDA 6.3: Was Auditoren zur neuen Auflage des Auditstandards wissen sollten

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Autor: Dipl.-Ing. Carlo Böttger, VDA 6.3-Arbeitskreisleiter (Volkswagen AG)

Mit der Überarbeitung des Prozessstandards VDA 6.3 haben wir vor allem der zunehmenden Internationalisierung Rechnung getragen, aber auch darauf geachtet, dass das Prozessaudit für Auditoren praxisnäher und so anwendbarer wird. Aus diesem Grund möchte ich hier die Themen vorstellen, die sich für sie im neuen Auditstandard VDA 6.3 geändert haben.

Einfachere Bewertungssystematik

Das neue, aktualisierte Prozessaudit wird zukünftig noch wirksamer anzuwenden sein. Im Rahmen des VDA 6.3-Arbeitskreises haben 18 Unternehmen der Automobilindustrie sowie die Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin aus dem Fachbereich Qualitätsstrategie dafür gesorgt, dass alle Fragen nun gleich stark im Gesamtergebnis gewichtet sind. FOT_Carlo Böttger_050816.jpgDas reduziert die Komplexität, auch für den Auditor. Die bewährte Einstufungssystematik nach A, B bzw. C sowie die Abstufungsregeln sind allerdings beibehalten worden. Die Auswertung nach dem „generischen Ansatz“ ist entfallen.

Zwar sind die Ergebnisse des Prozessaudits VDA 6.3 von 2010 nicht unmittelbar mit den Ergebnissen in der aktuellen Version zu vergleichen, trotzdem sind wir sicher: Durch die einfachere Systematik, zudem gepaart mit einem aktualisierten Fragenkatalog, ist der Einstieg als VDA 6.3-Auditor und die Anwendung für neue Auditoren jetzt wesentlich einfacher und praxisnäher.

Neue Anforderungen an die Auditoren

Die Qualität eines Auditergebnisses hängt entscheidend von der Qualifikation des Auditors ab. Bei der Überarbeitung der Anforderungen war es uns daher besonders wichtig, die jeweiligen Anforderungen an unternehmensinterne Auditoren, Lieferanten-Auditoren sowie an Auditoren, die als Dienstleister arbeiten, zu unterscheiden. Das hat dazu geführt, dass die Ansprüche an fachliche Kenntnisse, einschlägige Berufserfahrung und Auditorenausbildung genauer gefasst wurden. Zusätzlich wird ein Verfahren zur Freigabe von Auditoren und zur Weiterentwicklung ihrer Kompetenz gefordert.

Natürlich wurden auch die Schulungskonzepte überarbeitet und angepasst. Bei den 2nd party Auditoren ist jetzt ein Lehrgang durch den VDA (oder einen Lizenznehmer), inklusive der Lernkontrolle, vorgeschrieben. Auditoren, die als Dienstleister im Einsatz sind, weisen ihre Qualifikation durch die Auditorenkarte nach, die nach bestandener Prüfung vergeben wird.
Davon versprechen wir uns eine noch höhere Akzeptanz der Audits, da Auditoren weltweit nach den gleichen Programmen geschult werden und so Audits nach einheitlichem Maßstab durchführen. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn z. B. Kunden das Auditergebnis für Vergabeentscheidungen an mögliche Lieferanten heranziehen. Die Vergleichbarkeit von Auditergebnissen und damit die Fairness des Auditverfahrens müssen sichergestellt sein.

 

 

Weitere Informationen

Sie möchten mehr erfahren? Lesen Sie auch unseren Fachbeitrag zum Thema "Die neue Auflage des Auditstandards VDA 6.3: Ein etabliertes Prozessaudit mit hoher, weltweiter Relevanz".



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