Windenergie und VDA 6.3? Ein perfektes Paar!

blog post

Autor: Pandidurai Subramani, Head of Global Management Systems & Projects bei Vestas Wind Systems A/S

Wer beim Prozessaudit VDA 6.3 ausschließlich an einen Standard für die Automobilindustrie denkt, der irrt sich. Die effiziente Audit-Richtlinie hat sich längst auch in anderen Branchen bewährt. Der Mittelständler Vestas Wind Systems ist einer der Vorreiter, die VDA 6.3 bereits erfolgreich im Bereich Windenergie einsetzen – und ein gutes Beispiel dafür, dass der Standard auch abseits der Automobilindustrie ein nützliches und wirkungsvolles Instrument zur Beurteilung der Qualität von Prozessen im Unternehmen darstellt.

Als ein weltweiter Marktführer in Entwicklung, Herstellung, Betrieb und Instandhaltung von Windkraftanlagen ist für Vestas Wind Systems Qualität entscheidend. Damit unsere Kunden mit Hilfe unserer Windenergieturbinen eine zuverlässige Energieversorgung gewährleisten können und sich damit ihr Investment in Windparks auch finanziell auszahlen kann, müssen unsere Produkte und Prozesse einwandfrei funktionieren. Genauso professionell wie wir unsere Entwicklung, Produktion und Services handhaben, setzen wir deshalb auch unser Qualitätsmanagement um.

Ein wichtiger Teil davon ist die Beurteilung unserer Prozesse und der Prozesse unserer Zulieferer hinsichtlich ihrer Funktionalität, Belastbarkeit und Effizienz. Vestas Wind Systems hat entschieden, dafür als bevorzugte Methode innerhalb der Fertigung und der Lieferkette ein Prozessaudit in Anlehnung an den weltweit anerkannten Auditstandard VDA 6.3 einzusetzen, das wir an die Bedürfnisse der Wi
ndkraftbranche angepasst haben.

VDA 6.3 nur für die Automobilindustrie? Von wegen!

Mit der Automobilindustrie haben wir keine Schnittstellen, aber doch viele Gemeinsamkeiten. Auch unsere Produkte sind 2988_10_07_2014_09_30_58.jpghightech, wir produzieren weltweit und haben ein verzweigtes Netz an Partnern und Zulieferern. Entwicklung und Produktion gehören genauso zu unserem Kerngeschäft wie verschiedene Services, Instandhaltung und Reparatur. Das Prozessaudit nutzen wir entsprechend zur Einschätzung der Qualitätsfähigkeit von Produkten und Produktgruppen sowie den zugehörigen Prozessen im gesamten Produktlebenszyklus.

Anwendung in drei Phasen

Das Vestas-Prozessaudit nach VDA 6.3 kommt hauptsächlich in drei Phasen zum Einsatz:

  1. Während der Produktentwicklung stellen wir damit die Qualität der Entwicklungsprozesse sicher. Das Audit dient dabei auch als Voraussetzung für die Freigabe von Neuentwicklungen für die Serienproduktion.

  2. Während der laufenden Produktion bzw. im laufenden Geschäftsbetrieb hilft uns das Prozessaudit bei der Bestimmung des Reifegrades der Prozesse. Damit wissen wir, ob wir den Prozess so beibehalten können oder verbessern müssen, so dass wir weiterhin jederzeit hervorragende Qualität von Produkten und Services gewährleisten können. Außerdem dient das Audit der fortlaufenden Kontrolle.

  3. Das Prozessaudit ist für uns außerdem ein wichtiges Instrument zur Lieferantenbewertung und -entwicklung. Um die Prozessqualität zu prüfen, fordern wir ein entsprechendes Audit von unseren Zulieferern. Letztendlich stellen wir so sicher, dass uns gute Komponenten zugeliefert werden. Zudem nutzen wir das Audit als Kriterium zur Abnahme von High-Risk-Komponenten, die unsere Lieferanten für uns entwickeln.

Die Entscheidung für VDA 6.3

Vor 2012 gab es bei Vestas Wind Systems in unterschiedlichen Abteilungen verschiedene, intern entwickelte Methoden für die Prozessauditierung. Da die Ergebnisse aufgrund der unterschiedlichen Herangehensweisen nicht vergleichbar waren, ergaben sich 3096_27_08_2014_10_26_00_komp. 2.jpgeinige Schwierigkeiten. Also haben wir beschlossen, einen einheitlichen Standard für Vestas festzulegen. Dafür haben wir unsere eigenen Best Practices gesammelt und uns Benchmarks aus anderen Industriezweigen angeschaut.

Da VDA 6.3 einer der international anerkannten Standards für Prozessaudits in der Automobilindustrie ist, haben wir die Richtlinie in die engere Wahl gezogen und sie schrittweise implementiert – zunächst in Form von Auditorenschulungen bei Schlüsselpersonen im Qualitätsmanagement.

Branchenspezifische Anpassungen

Dass wir den VDA 6.3-Standard nicht genauso nutzen können, wie er ist, wurde uns schnell klar. Gründe dafür sind zum Beispiel, dass in dem Standard automobilspezifische Terminologien genutzt werden, die in der Windenergieindustrie unüblich oder nicht vollständig nutzbar oder anwendbar sind. Oder dass VDA 6.3 vornehmlich auf Unternehmen mit Massenproduktion ausgerichtet ist, was auf Vestas in diesem Maße nicht zutrifft. Nicht zuletzt mussten wir mit dem neuen, unternehmensweit gültigen Standard auch all unseren Business Units gerecht werden und den Standard hinsichtlich deren Anforderungen anpassen.

Neuer Rotband: Ein hilfreiches Tool für alle Branchen

Innerhalb der letzten vier Jahre ist das Vestas-Prozessaudit in Anlehnung an VDA 6.3 zu einem wichtigen Bestandteil unseres Prozess-Qualitätsmanagements geworden. Wir haben es Schritt für Schritt unternehmensweit implementiert und setzen es erfolgreich ein. Mit dem neuen Rotband hoffen wir von den Erfahrungen anderer Qualitätsmanager profitieren und darauf basierend auch unser Audit fortlaufend optimieren zu können. Wir sind überzeugt davon, dass VDA 6.3 unser Prozess-Qualitätsmanagement nach vorn bringt.



Kommentare (0)

Kommentar schreiben


Ungültiger Sicherheitscode

Bitte klicken Sie das Bild an, um einen neuen Sicherheitscode zu laden.

* Pflichtfeld